Dieser Event führte die Teilnehmenden in Gänge mit meterhohen Kleiderregalen, mitten in ein Fotoshooting und in ein exklusives Garngeschäft einer ehemaligen Gestaltungslehrerin in Bern.
Textiles in Bern
Gestrickt, geflickt und zugenäht
Wer sich am 4. Juni im Zentrallager von Rework am Pappelweg einfand, musste sich vorher durch Wind und Regen kämpfen. Zum Glück waren hier genügend Kleiderstangen und Kleiderbügel vorhanden, um die nassen Sachen aufzuhängen. Kaspar Schlaeppi begrüsste uns herzlich und machte von Anfang an klar, um was es ihm bei Rework geht. Die Schonung der Umwelt liegt ihm am Herzen. Alle Kleider und Accessoires sind aus bereits benutzten Stoffen hergestellt. Aus Secondhandkleidern, gebrauchten Laken oder Steppdecken wird Neues hergestellt. Die gebrauchte Ware stammt aus den USA und wird dann in Indien umgenäht. Und obschon die einzelnen Stücke eine so lange Reisestrecke zurücklegen, sind sie immer noch umweltschonender als neue Kleidung und Accessoires. Dies erklärte uns Kaspar Schlaeppi anschaulich mit dem Beispiel eines T-Shirts von Rework im Vergleich mit einem neuen T-Shirt aus Bio-Baumwolle aus Portugal.
Bei Rework wird auch schon bei der Verpackung der Ware möglichst umweltschonend gehandelt. Alle Secondhandkleider werden in grossen Kartonschachteln geliefert und weiterversandt. Diese werden so lange immer wiederverwendet bis sie buchstäblich auseinanderfallen.
Kaspar Schlaeppi führte uns im ganzen Lager herum. Wir bekammen mit, wie ein Mode-Shooting besprochen und Kleider dafür ausgewählt wurden. In der nächsten Ecke erhaschten wir einen Blick auf ein kleines Fotostudio, wo einzelne Teile für den Web-Shop aufgenommen wurden. Eindrücklich war der lange Gang mit bis an die Decke reichenden Kleiderstangen und Regalen, gefüllt mit Stücken aus verschiedenen Rework-Kollektionen. Hier pickte Kaspar Schlaeppi einige Kleidungsstücke und Taschen heraus und erklärte uns anhand von diesen Produkten einiges über geeignetes Material zur Wiederverwendung und geeignete Ausgangsprodukte. Und schon waren 45 Minuten um, und wir machten uns auf zum nächsten Programmpunkt. Ganz herzlichen Dank an Kaspar Schlaeppi für den spannenden Einblick!
Nur ein paar Schritte weiter konnten wir nun trockenen Fusses das beliebte Garnfachgeschäft «Frau Kuhn» an der Wylerstrasse betreten. Simone Kuhn empfing uns strahlend inmitten ihrer bunten Welt.
Sie erzählte uns zuerst von ihrem Werdegang und wie es überhaupt dazu kam, dass aus einer Lehrerin eine Geschäftsinhaberin wurde. Faszinierend waren u.a. die Erläuterungen zur Bacholorarbeit ihres Studiums Textildesign an der Hochschule Luzern. Gleich vis-à-vis führt Simone Kuhn noch das «Atelier Kuhn». Dies dient ihr als Experimentierlabor, um verschiedenste Garne einzufärben und zu pröbeln. Hier durften wir auch einen Blick hineinwerfen.
Schnell sprang der Funke von Simone Kuhns Begeisterung und ihrem Gespür für verschiedene Garne und Farben auf uns über. Sie gab Hintergrundinformationen zu den verschiedenen Garnlabels, die sie im Laden führt und erklärte uns, was ihr wichtig ist und auf was sie beim Einkauf Wert legt. «Frau Kuhn» ist aber nicht einfach Garnfachgeschäft, hier finden auch verschiedenste Kurse statt und Gleichgesinnte können sich bei Srtick- und Häckeltreffen gemeinsam austauschen.
Dann durften wir einen Stock tiefer hinuntersteigen und selber in den Auslagen stöbern.
Abgerundet wurde der Anlass mit einem kleinen Apéro. Zum Schluss gab es für alle Teilnehmenden noch ein Säckli mit Garn und Strickanleitung mit auf den Heimweg, um den geschürten Strickhunger zu stillen. Herzlichen Dank an Simone Kuhn für den schönen Anlass!