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Scharf Geschliffenes aus Burgdorf

Designmesser seit über 100 Jahren

Im traditionsreichen Familienunternehmen «Messerschmiede Klötzli» haben Lernwerkerinnen und Lernwerker viel über dieses alte Handwerk gelernt. Zum Beispiel, wie vielschichtig die Arbeit eines Messerschmieds ist.

An einem Samstag im November traf sich lernwerk bern in der schönen, mittelalterlichen Altstadt von Burgdorf, um die Geschichte des traditionsreichen Familienunternehmens Messerschmiede Klötzli zu erfahren.

Bea Klötzli, Seniorchefin, und Julian Loosli, ein angehender Historiker, begrüssten uns Vereinsmitglieder vor dem Museum «Alte Werkstatt der Messerschmiede Klötzli». Bea Klötzli führte uns in das kleine Gewerbe-quartier und dessen Entstehungsgeschichte ein. Der Dorfbach spielte lange eine grosse Rolle, war er doch Antrieb für die meisten Handwerksbetriebe. 

Beim Eintritt ins Haus der Mühlegasse 6, wurde sofort klar, dass dies ein sehr geschichtsträchtiges Haus ist. Wir teilten uns in zwei Gruppen auf, dies aus praktischen Gründen, denn alles befindet sich hier auf engem Raum. Im ersten Stock befindet sich eine Galerie mit der Geschichte der Familie Klötzli und umfasst dabei sechs Generatioen. Zur 6.Generation gehören Nina und Samuel Klötzli, die beiden Kinder von H.P. und Bea Klötzli, die seit 2020 das Familienunternehmen gemeinsam führen.

Die Familiengeschichte beginnt mit Johann Ulrich Klötzli, der ab 1835 bei Messerschmiedmeister Burri an der Mühlegasse eine 4-jährige Lehre absolviert und sich dann auf die Wanderjahre begibt. 1846 holt die Wittwe von Meister Burri ihn nach Burgdorf zurück, damit er die Messerschmiede übernimmt. Seitdem ist die Messerschmiede in der Hand der Familie Klötzli und wird von Generation zu Generation weitergegeben.

Im oberen Stockwerk befindet sich auch eine beeindruckende Sammlung von Scheren und Taschenmessern. In einer der Vitrinen sind unzählige Produkte der Messerschmiede Klötzli seit ihrer Gründung präsentiert.

Nun folgten wir Frau Klötzli die schmale Treppe wieder hinab ins Parterre, wo sich,die alte Werkstatt befindet. Hier hatten wir das Gefühl, dass das Feuer in der Esse erst vor kurzem erloschen war und der Messerschmied sein Werkzeug erst gerade aus der Hand gelegt hatte. Bea Klötzli erläuterte uns anschaulich die verschiedenen Abläufe der Verfahren, zeigte uns spezielle Materialien und erzählte Anekdoten aus dem Schmiedealltag. Zum Schluss fanden wir uns alle in einem kleinen Raum, tapeziert mit Zeichnungen verschiedener Messer, Scheren und Schnittwerkzeugen, ein. Dies gab uns eine abgerundete Einsicht, wie breit und vielschichtig die Arbeit und die Produkte eines Messerschmieds war und ist.

Herzlichen Dank der Familie Klötzli für den informativen und spannenden Nachmittag!