Im Museum mudac in Lausanne wurden die Teilnehmenden des lernwerk-Events fachkundig durch die Ausstellung «Les Monstrueuses» von Kevin Gérmanier geführt. Die Werke des erst 34-Jährigen beeindruckten.
Les Monstrueuses in Lausanne
Farbenprächtig,
voluminös und
glamourös
Viele Besucherinnen und Besucher befanden sich, trotz garstigem Wetter, auf dem Areal
der Platforme 10 in Lausanne. Alle drei Museen schienen sehr gut besucht zu sein.
Wir Teilnehmenden des lernwerk bern-Events besammelten uns in der Eingangshalle
des mudac (Musée cantonal de design et d’arts appliqués contemporains). Da wurden
wir von Franziska Werren begrüsst und sogleich in den ersten Stock, vorbei an der
Warteschlange, in die Ausstellung von Kévin Germanier geleitet.
Was für ein imposannter erster Eindruck! Farbenprächtige, voluminöse und
glamuröse Kleidungsstücke aus verschiedenen Haute Couture Kollektionen waren
wirkungsvoll in Szene gesetzt. Der Raum war dunkel gehalten, darum herum gab es
viele Spiegelwände und die Büsten wurden spotartig mit speziellem Licht beleuchtet.
Darüber wurden auf Monitoren die jeweiligen Defilees gezeigt. So konnte man die
Kleider auch gleich in Bewegung sehen. Dies sei bei der Arbeit des Modeschöpfers
sehr wichtig, erzählte uns Frau Werren. Weiter wies sie uns auch auf die Materialien
hin, aus denen die verschiedenen Creationen gemacht wurden. Germanier verwendet
fast auschliesslich recycelte Materialien uns solche aus Restbeständen. Da gibt es
zum Beispiel Kleidungsstücke aus Aludosen, Geschenkbändern oder alten
Kasettenbändern. Auch für die gesammte Ausstellung wurde vorrangig recycelte oder
gemietete Materialien verwendet.
Im zweiten Raum konnte man Arbeiten zu fantasievollen Kooperationen mit schweizer
Unternehmen wie Caran d’Ache oder dem Jazz Festival Montreux sehen. Es ist sehr
eindrücklich, wie gross der Bekanntheitsgrad von Kévin Germanier mit gerade Mal 34
Jahren bereits ist. Dies lässt viel Disziplin, einen grossen Antrieb und ein enormes
Engagement erahnen.
Der nächste Raum zeigte etwas vom Werdegang des Couturiers. Arbeiten aus dem
Vorkurs der Schule für Gestaltung Genf waren ausgestellt. Darunter auch die Arbeit
mit der er sich dann für das renomierte Central Saint Martins Collage of Art and
Design in London bewarb. Der Besuch dieser Schule legte dann auch den Grundstein
zu seinem Erfolg. Daneben gab es auch sehr private Einblicke wie ein Video, das seine
Grossmutter beim Stricken eines Entwurfes zeigt.
Franziska Werren vom mudac war sehr gut informiert und konnte uns sehr viele
interessante Hintergrundinformationen geben. Dass dies auf Schweizerdeutsch
gesah, tat das seine dazu. Ganz herzlichen Dank!